Liebe Leserin, 

lieber Leser,

ich freue mich von Herzen, dass du hier bist, und wünsche dir viel Spaß beim Hineinschmökern in
»Kántarellas Lichtgestalten« 




»Ich vertraue diesem Buch meine Erlebnisse an, die so aberwitzig sind, dass kein Mensch mir Glauben schenken möchte. 
Ich schreibe, um mich zu erinnern und gleichzeitig zu vergessen.« 
Durch Zufall findet die angehende Studentin Viviane den Reisebericht der jungen Lehrerin Karin Mehrendt aus dem Jahr 1907. 
Die ungewöhnliche Geschichte aus jener längst vergangenen Ära zieht sie komplett in ihren Bann und lässt sie das Gefühl von Raum und Zeit vergessen. 
Und sie fragt sich: Wie kann eine solche Liebe einfach sterben? 
*** 
Im Jahr 1906 reist die junge Lehrerin Karin Mehrendt gemeinsam mit ihrem Bruder Paul auf dem Motorschiff Stolz von Preußen nach Deutsch-Samoa, um dort als Gouvernante ihrer Nichten und Neffen tätig zu werden. 
Durch einen Sturm gerät das Schiff jedoch vom Kurs ab und Karin geht unfreiwillig über Bord. Sie überlebt und kommt in Cóno-Aleea wieder zu sich, einem bislang unentdeckten Inselstaat, der weit abseits der Schifffahrtsrouten irgendwo im Nirgendwo des Indischen Ozeans liegt. 
Karin ist nicht die erste schiffbrüchige Person, welche die Küsten des Eilands betritt, und sie erkennt, dass die dort lebenden Leute Angehörige einer uralten Zivilisation sind. 
Zwischen neuen Gottheiten und in einer Kultur der Gleichberechtigung aller Menschen erweist es sich als günstig, dass die junge Frau, die im deutschen Kaiserreich geboren wurde, vormals in ihrer Heimat als unliebsamer Freigeist galt. 
Doch jedes noch so fortschrittliche Denken bewahrt sie nicht vor dem vernichtenden Zwiespalt, zwei Brüder gleichzeitig aus tiefstem Herzen zu lieben.


  • Hinweis: Das Werk einschließlich seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Für die Inhalte ist die Autorin verantwortlich. Jede Verwertung ist ohne ihre Zustimmung unzulässig. 

Prolog

Wo fange ich an? 

Ich vertraue diesem Buch meine Erlebnisse an, die so aberwitzig sind, dass kein Mensch mir Glauben schenken möchte. Das Einzige, was man mir glaubt, ist das, was in der Zeitung stand: 

Dass ich im April 1906 während der Überfahrt in die Kolonie Deutsch-Samoa bei einem Sturm mitten im Indischen Ozean über Bord ging und erst ein gutes Jahr später, im Juli 1907, nach einem Seebeben an der südindischen Küste aufgefunden wurde.

Ich schreibe, um mich zu erinnern und gleichzeitig zu vergessen. 

Stolz von Preußen 

Wie aufgeregt war ich, als ich die Einladung nach Übersee in der Hand hielt. Vorangegangen war ein umfangreicher Schriftwechsel zwischen meinem Vater und Onkel Carl, der mit seiner Ehefrau und seinen drei kleinen Kindern das Glück in der Ferne versuchen wollte. 

Nun wurde eine zuverlässige Gouvernante gesucht und ich bat Mutter und Vater voller Sehnsucht, mir die weite Reise zu erlauben, denn vor kurzem hatte ich mein Lehrerinnenseminar abgeschlossen, nachdem ich die höhere Töchterschule mit besten Zensuren verlassen hatte. Da mein Bruder Paul nach Deutsch-Samoa eingeladen worden war (ein tüchtiger Verwalter, dem man Vertrauen entgegenbrachte, war dem Onkel willkommen), nagte das Fernweh mit Macht an mir. 

Mit Engelszungen redete ich auf die Eltern ein, mich mit ihm zu schicken, am Ende mit Erfolg, obgleich ich wusste, dass es ihnen nicht wirklich recht war. Galt ich doch als der Freigeist in der Familie, wollten sie dies einerseits nicht zusätzlich nähren, merkten aber auf der anderen Seite, dass ich in Chemnitz nicht stillhalten würde. So hatten sie mich mehrfach ermahnt und auch bestraft, wenn sie beispielsweise Schriften des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins in meinem Besitz fanden. 

Ich vermutete, es war tatsächlich die Furcht vor zukünftigem Gerede der Nachbarn, die meine Eltern am Ende veranlasste, mich in die Ferne ziehen zu lassen. 


Am Tag der Abreise war mir dennoch bange. Zusammen mit Paul bestieg ich die Eisenbahn nach Hamburg, im Gepäck zwei sperrige Überseekoffer, die nicht nur Garderobe, sondern auch eine Menge meiner geliebten Bücher enthielten, von Fontane bis Verne. 

Die Lokomotive erschien mir als ein mächtiges Ungetüm mit gewaltigem Leib. Wie zwergenhaft ich mich fühlte! Und wie viel größer das Dampfschiff sein musste, das Paul und mich in einer mehrwöchigen Reise nach Übersee bringen sollte. 

Unsere Eltern hatten uns zum Bahnhof geleitet. Der Abschied war tränenreich, zumindest der meiner Mutter und der meinige, waren wir uns schließlich nicht sicher, wann und ob wir uns wiedersehen würden. Selbst Vater und Paul rangen darum, ihre Gefühle zu verbergen, obschon sie sich Mühe gaben, stoisch und würdevoll zu bleiben. 

Noch heute steht mir das Bild der beiden winkenden Gestalten vor Augen, die immer kleiner wurden, während der Zug den Bahnhof verließ. Mutter, die das gute, graue Kleid unter ihrem Mantel trug und ihre zerlesene Lutherbibel an die Brust presste, und Vater mit seinem prächtigen Kaiser-Wilhelm-Bart im schwarzen Sonntagsanzug und dem steifen Homburger Hut. 


Paul war nie ein Mensch vieler Worte gewesen. So hatte ich Muße, aus dem Fenster zu blicken und die vorbeiziehende Landschaft im zarten Frühlingslicht zu betrachten. 

Ich sorgte mich, dass ich seekrank werden würde. In einem Zeitungsartikel hatte ich gelesen, es sei um das Wohlbefinden besser bestellt, halte man sich an Deck auf. Verbleibe man unter Deck, solle man mit der Übelkeit mehr zu kämpfen haben. Und natürlich machte ich mir viele Gedanken über Deutsch-Samoa. Wie kultiviert man dort wohl leben mochte? Ob die Menschen Deutsch sprachen oder wenigstens Französisch, was ich als wichtige Handelssprache in meinen Studien erlernt hatte? Hoffentlich war es nicht Englisch, denn diese Sprache beherrschte ich lediglich in Grundzügen. Ob ich mit dem Klima zurechtkäme? Und ob ich Heimweh haben würde nach meiner Familie? 


Der Hamburger Hafen überwältigte mich völlig. Die Luft roch hier gänzlich anders als zu Hause. Eine steife Brise wehte aus Nordwesten und ich glaubte, den salzigen Geruch der Nordsee riechen zu können. 

Überall sah ich Menschen: schwer arbeitende Menschen, geschäftige Menschen, reisende Menschen. Und ringsumher wurde gerufen. Das dröhnende Tuten der Schiffshörner lag über alledem, fast wie die Hülle einer Käseglocke. Lastkräne schwenkten gewaltige Kisten auf das Deck der Schiffe oder hoben Frachtgut an Land. Fässer, Ballen und Taue lagen scheinbar wüst einher, dennoch musste das Auf- und Abladen der Lastenfuhrwerke einer Ordnung folgen, die sich mir nicht sofort erschloss. 

Vielleicht, dachte ich, ist es wie bei einem Ameisenhaufen. Dem unerfahrenen Betrachter offenbart sich der Sinn nicht, doch alles hat Struktur. 

Die Stolz von Preußen überragte uns haushoch. Zwei riesige Schornsteine bildeten den Blickfang. In der Hauptsache war das Schiff als Frachtschiff konzipiert, jedoch verfügte es auch über einige Kabinen zur Beförderung von Passagieren. 

Nachdem Paul und ich unsere einfache (aber zu meiner Freude reinliche) Kabine bezogen hatten, brauchten wir nicht mehr lange zu warten. Das Schiffshorn erscholl satt und laut, die Dampfmaschine wummerte tief und schwerfällig legte das Gefährt ab. Paul und ich weilten an Deck und blickten auf die Küste unseres Heimatlandes, die nach und nach in der Ferne verschwand. In mir rang Wehmut mit Abenteuerlust. Es war eine seltsame Mischung. 


Außer uns befanden sich vier weitere Passagiere an Bord, von denen allerdings niemand die gesamte Passage bis nach Deutsch-Samoa unternahm. Zwei Handelsreisende aus Hannover planten, bis Kapstadt zu reisen, wo sie auf einen Dampfmaschinenkontrakt hofften. Der junge Arzt aus Berlin wollte sein Glück in Kamerun versuchen. Ein Mitreisender, ein älterer, betuchter Herr, hatte im Sinn, ein weiteres Stück mit uns zu fahren. Er hatte von der landschaftlichen Schönheit und dem warmen Klima der Südsee vernommen und gedachte, seine vom Rheuma geplagten Gliedmaßen von der eher kühlen und feuchten Wetterlage des Sauerlandes zu befreien. All diese Herren sah ich nur zu den Mahlzeiten und ihre Absichten offenbarten sie in der zu diesem Anlass gehaltenen Konversation. 

Mit der Besatzung hatte ich kaum Kontakt, was mir durchaus lieb war. Ich fühlte mich als einzige Frau an Bord wie ein wunderliches Tier. Zumindest kam es mir vor, dass man mich so ansähe. Ich dankte der Fügung, dass mein Magen keine Probleme mit dem Schwanken und Schlingern unseres Schiffes hatte, sodass ich bequem in der Kabine bleiben und mich dem Studium meiner Bücher widmen konnte. 

Paul verbrachte mehr Zeit an Deck, stand dort mit seinem Feldstecher und schaute auf den endlos erscheinenden Horizont. Er unterhielt sich weitaus häufiger mit den Mitreisenden, als es für mich selbst schicklich war. Wenn ich mich auf das Deck hinauswagte, hüllte ich mich in meinen Reiseschal und zurrte die Hutschnur fest unter das Kinn, damit der Wind mir meine Kopfbedeckung nicht entreißen konnte. 

Auf den Stopps unserer Route zog ich es ebenfalls vor, an Bord zu bleiben, auch wenn ich mir das Treiben in den fremden Häfen voller Faszination vom Schiff aus ansah. Wie vielfältig diese Menschen alle ausschauten, in jedem Hafen anders, und mir schien es, dass die Gesichter der Leute immer dunkler wurden. Hatten die Portugiesen in Lissabon schon recht sonnengebräunt auf mich gewirkt, staunte ich umso mehr in Lomé in Togoland und in der Kamerunstadt Duala. 

Der über dem Hafen von Kapstadt thronende Tafelberg war eine großartige Augenweide. Gern wäre ich dort gewandert! Paul hingegen lachte mich aus und murmelte etwas von ›Sonnenstich‹ und ›Tropenkrankheit‹. Ich sah ihn an und dachte, dass er mit seinem schütteren, blonden Haar und dem rosigen Teint in der Tat in der südlichen Sonne, die hier gnadenlos herniederbrannte, auf sich achten müsste. Aber in Deutsch Samoa wäre es sicher kein bisschen besser. 

Wie viel leichter es Männer haben, dachte ich und grollte. 

Egal, was Paul tun wollte, er machte es einfach. Er musste nicht vorher um Erlaubnis bitten. Manchmal wünschte ich mir, frei wie ein Mann zu sein, wünschte mir, Hosen zu tragen und nicht diese lästigen, langen Röcke. Kurzes Haar, sodass Kämmen und Frisieren wegfielen, war sehr verlockend. Ich wünschte mir, Pfeife zu rauchen und ab und an auch einmal fluchen zu dürfen, ohne böse Blicke zu ernten. 

Ich tröstete mich, dass dieses Abenteuer, das ich erlebte, den wenigsten Frauen meiner Klasse zugutekam. Die meisten meiner Freundinnen hatten einen Bräutigam. Josefine und Marie waren schon verheiratet und Fanny hatte bereits ihr erstes Kind zur Welt gebracht. 


Während ich immer noch zwischen Groll und sinnlosem Wunschdenken schwankte, legte die Stolz von Preußen aus Kapstadt ab. Nach einem letzten Ladestopp sollte die lange Strecke über den weiten Ozean bis Singapur in Angriff genommen werden. 

Ich hoffte, dass das Wetter uns hold sei, denn man sprach von gut zehn Tagen auf offener See. Leider erhörte keine höhere Macht meine Bitten, denn sechs Tage später verdüsterte sich das Licht und schwere Wolken erfüllten den Himmel. Ich spürte, wie das Schiff tapfer seinen Weg durch das zunehmend unruhige Wasser stampfte. 

Von Deck ertönten gedämpfte Rufe, die immer aufgeregter wirkten. Der Schiffsrumpf ächzte bedenklich. Über Stunden saßen Paul und ich in unserer Kabine und kämpften mit aufkommender Übelkeit. Das Getöse wurde stetig ärger, das Geschrei, das wir vernahmen, wurde hektischer. Ob wir überhaupt noch auf Kurs waren? 

Lesen konnte ich nicht mehr. Dazu schwankte es viel zu stark. Paul wirkte grünlich im Gesicht. Als es Zeit zum Abendessen war, hatte keiner von uns beiden Hunger. 

»Ich werde uns entschuldigen lassen«, sagte Paul. Er zog seinen schweren Wettermantel an, griff die bauchige Schwimmweste aus dem Kabinenschrank und schaute sie kurz an. Wie zu sich selbst gewandt, schüttelte er den Kopf. »Die brauche ich wohl doch nicht.« Er lächelte, legte die Weste auf den Waschtisch und verließ die Kabine. 

Es war das letzte Mal, dass ich ihn sah. 

Sturmnacht 

Ich wartete auf Paul, doch er kam lange Zeit nicht zurück. Die Luft in der Kabine wurde zunehmend stickiger. Mir war mulmig. Gern hätte ich das Bullauge geöffnet, bloß konnte ich dies nicht allein, denn der Hebel saß zu fest. Davon abgesehen klatschten die Wellen ständig dagegen. Ich krümmte mich auf der Pritsche zusammen, lockerte mein Mieder, um besser atmen zu können. Nichts half. 

Ich brauche frische Luft. 

Ich fuhr in die festen Schuhe, ergriff mein Tuch, wickelte mich ein. (Nicht, dass das bisschen Stoff Nässe wirkungsvoll abgehalten hätte.) Neben mir auf dem Waschtisch lag die Schwimmweste. 

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste, schlich sich der alte Spruch in meine Gedanken. 

Ich legte die Weste an, wenngleich ich die Riemen nicht mit Sorgfalt festzurrte. 

Froh war ich, dass die Mannschaft vollumfänglich mit dem unbilligen Wetter beschäftigt war. Niemand hielt mich zurück, als ich an Deck taumelte. 

Das Schiff buckelte förmlich unter meinen Füßen. Um mich herum war es nachtschwarz, obwohl es noch gar nicht spät war. Der Wind schlug mir ins Gesicht wie eine Faust. Zum Glück hatte ich auf den Hut verzichtet, denn dieser wäre mir sicher in dem Augenblick entrissen worden. 

Ich klammerte mich am Treppengeländer fest. Der Wind zerrte und riss an meiner Kleidung, Wasser peitschte auf mich ein. 

Mist! 

Frisch war die Luft – das war auch alles. Sofern ich überhaupt Luft bekam. Es schien mir, als ob deutlich mehr Wasser als Luft herangetragen würde. Meine Kleidung war längst durchnässt, das Deck schlüpfrig und glatt, sodass mein Stand sehr unsicher war. 

Nur ein paar Atemzüge, dann gehe ich wieder hinab. 

Eigentlich hatte ich von diesem Ausflug längst genug. Der heftige Wind toste in meinen Ohren. Ich starrte ängstlich und verkrampft in das unfreundliche Schwarz der Sturmnacht, das plötzlich vom grellen, zuckenden Licht eines Blitzes erhellt wurde. Für einen Sekundenbruchteil sah ich das aufgewühlte Meer mit den hohen, unbändigen Wogen. Es machte mir Angst. 

Just in diesem Moment bäumte das Schiff sich regelrecht auf. Ich verlor den Halt und stürzte weg vom Treppenaufgang. 

Fluchend richtete ich mich auf. Das Gute an dem Sturm war, dass mich niemand gehört hatte, auch wenn meine Worte definitiv nicht salonfähig gewesen waren. Der Gedankengang wollte mir fast an Galgenhumor grenzen. 

Ein Schwall Wasser rang mich nieder und hinterließ mich auf dem Rücken liegend wie ein Käfer. Ich kämpfte mich zurück auf die Füße und versuchte, halb kriechend, halb stolpernd zur Treppe zurückzugelangen. Ein neues, heftiges Schlingern und schon glitt ich wieder davon. 

Himmel, wo ist bloß diese Treppe? 

Panik begann sich in meinen Eingeweiden breitzumachen. Wieder raffte ich mich hoch, mittlerweile patschnass und frierend.

Indischer Ozean, schnaubte ich im Stillen, Indien ist ein warmes Land. Warm ist das hier wirklich nicht!

Wo war die Treppe, wo meine relative Sicherheit? Ich kniete in der Nässe und versuchte, mich zu orientieren. Dunkelheit, sprühender Schaum und der peitschende Wind machten mir dies unmöglich, war ich doch nicht im Geringsten darin geübt. Konnte ich mich irgendwo verkriechen, vielleicht in einem der Beiboote? Ich musste lediglich die Reling finden, dann würde ich mich daran entlangtasten. 

Wie dumm diese Idee tatsächlich war, merkte ich, als ich einen gewaltigen Schlag im Rücken spürte. Ich wurde von den Füßen gehoben und eine Woge riss mich, halb fliegend, halb schwimmend, über Bord. 

Ein Hexenkessel erfasste mich. Ich verlor das Gefühl für Zeit und Raum und nach Kurzem auch das Gefühl von Kälte. 

Ich huste, spuckte, keuchte, betete, weinte, jammerte, fluchte. Das Wasser zerrte an meinem langen Rock, strudelte um meine Beine. Mein Haar pappte wirr im Gesicht. 

Das Einzige, was zählte, war zu atmen. Ich klammerte mich an die Schwimmweste, die wie durch ein Wunder an mir geblieben war, obgleich ich sie schlampig angelegt hatte. Ohne sie wäre ich längst mausetot, das war mir mit eisiger Gewissheit klar. 


Wie lange ich verzweifelt um mein Leben kämpfte, weiß ich nicht. Es kam der Punkt, an dem meine Glieder bleischwer vor Müdigkeit wurden, ich fühlte, wie eine tiefe Erschöpfung von mir Besitz ergriff. Mein Keuchen wurde langsamer, mein Klammern erschlaffte, meine Beine erlahmten. 

Atmen, flehte ich verzweifelt an mich selbst gerichtet, du musst atmen. 

Ich atmete, hustete schwach, schnappte halbherzig nach Luft. 

Und dann weiß ich nichts mehr. 

Nanu, wie geht es weiter?
Hier kommst du direkt zu deinem E-Book!
🌊